Für alle, die Autofahren wollen

Die erste Fahrstunde findet auf ganz besonders verkehrsarmen Strassen statt und ist immer ein ganz besonders schönes Erlebnis. Hier lernen wir die einzelnen Bedienungselemente des Autos kennen, lernen die richtige Handhabung des Lenkrades und als Höhepunkt, das selbstständige Anfahren und das Schalten in den zweiten und vielleicht auch schon in den dritten Gang.
Es ist ein tolles Gefühl, das erste Mal ganz selbstständig ein Auto in Bewegung zu setzen, es schneller werden zu lassen und es auch wieder richtig zum Stehen bringen zu können.

Am Ende der ersten Fahrstunde sehen wir jedenfalls regelmäßig nur strahlende, zufriedene Fahrschüler und Fahrschülerinnen, die sich schon auf ihre nächste Stunde freuen. Also keine Angst. Wir schaffen das!

Das Märchen vom bösen Prüfer

Irgendwann kommt dieser Tag auch für euch. Ein großer Tag. Der Tag der Aushändigung eures Führerscheins. Nun könnt ihr all das, was ihr von eurem Fahrlehrer gelernt und im wahrsten Sinne des Wortes erfahren habt, auf die Straße bringen.


Über die Prüfung und insbesondere über Prüfer kursieren seit Jahrzehnten in der Fahrschülerschaft allerdings immer wieder wahre Horrorgeschichten. Nicht wenige von euch sind tatsächlich der Meinung, das Prüfungsergebnis hinge von der Laune des Prüfers ab. Um diese Frage zu klären, wollen wir uns einmal so einen Prüfer aus nächster Nähe ansehen:

 

Ein Prüfer ist ein sog. "Sachverständiger für den Kraftfahrverkehr". Einige Prüfer waren früher selbst als Fahrlehrer tätig oder sie schulen sogar noch nebenberuflich. Es sind die gleichen Leute, die irgendwann euer Auto oder Motorrad untersuchen und anschließend eine TÜV-Plakette auf euer Nummernschild kleben. (Oder auch nicht) Einige arbeiten auch für Kfz-Versicherungen und erstellen Gutachten, z.B. nach einem Unfall. Nicht wenige prüfen allerdings hauptsächlich Fahrschüler auf ihre Fahrtauglichkeit. Und das von Montag bis Freitag. Wenn eine Prüfungswoche am Freitag zu Ende ist, dann hat der jeweilige Prüfer ungefähr vierzig Prüfungen hinter sich, manchmal auch noch mehr. Dieser Mann ist dann froh, wenn er sein Wochenende antreten kann und erst mal keine nervösen Prüflinge mehr sehen muss, die alle irgendwie Angst vor ihm haben.

 

Ein hauptamtlicher Prüfer fährt also zwischen acht und zehn Prüfungen pro Tag. Die erste Prüfung beginnt meistens um sieben Uhr, die letzte endet um fünfzehn Uhr. Dann kann man manchmal an seinem Gesicht erkennen, wie der Tag so gelaufen ist. Die mieseste Laune hat derjenige, der die meisten Führerscheine noch in seinem Koffer hat. Ein Prüfer, der andererseits allen für diesen Tag zu prüfenden Fahrschülern den Führerschein in die Hand drücken konnte, ist auch um fünfzehn Uhr noch relativ entspannt. Der geht gutgelaunt nach Hause und freut sich auf den nächsten Tag. Es geht nämlich ganz schön an die Nieren, jeden Tag nur Tränen zu sehen. Deshalb ist jeder Prüfer über eine bestandene Fahrprüfung froh, und deshalb stimmt auch das Märchen vom bösen Prüfer nicht. Niemand wird euch also reinlegen oder euch Fallen stellen. Ein Prüfer ist auch immer zu kleinen Hilfestellungen bereit. Zögert also nicht, ihn zu fragen, wenn eine Ansage für euch unklar ist.

 

Eigentlich ist eine Fahrprüfung nichts weiter, als 45 Minuten so, wie ihr es gelernt habt, durch die Gegend zu fahren. All das, was der arme Prüfer von euch verlangt, habt ihr in euren Fahrstunden schon hundertmal gemacht. Allerdings solltet ihr auch tatsächlich fertig ausgebildet sein und nicht etwa eurem Fahrlehrer solange in den Ohren gelegen haben, bis er euch schließlich auf euren Wunsch hin angemeldet hat. So eine Prüfung kann nur schief gehen. Wenn du also fertig ausgebildet bist, brauchst du dich nicht vor deiner Prüfung zu fürchten. Im Gegenteil. Sie ist der krönende Abschluss deiner Ausbildungszeit und der Beginn deiner Autofahrerkarriere. Es gibt nämlich mindestens zwei Menschen, die dir während der Prüfung die Daumen drücken. Der eine ist dein Fahrlehrer und der andere der Prüfer, und beide sind auf deiner Seite.

 

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